Ohne Kater ins neue Jahr

Wenn am späten Abend des 31. Dezember in Westfalen-Lippe viele private und öffentliche Silvesterpartys in vollem Gange sind, suchen viele Patienten spätestens am Tag nach der großen Sause die nächste Apotheke auf, um etwas gegen den dröhnenden Kopf zu bekommen. „Dabei ist den Menschen natürlich klar, dass man sich den dicken Kopf durch Verzicht auf alkoholische Getränke ersparen könnte“, sagt Apothekerin Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Da dies in der Praxis für die meisten jedoch ebenso realitätsfern ist wie Weihnachten ohne Tannenbaum, gilt es, die Auswirkungen des Katers zumindest ein wenig abzumildern.

„Damit der Kater am nächsten Morgen nicht ganz so schlimm wird, sollte man vor der Feier ordentlich essen, beispielsweise eine Bratwurst, Pommes oder Pizza, die sonst nicht gerade auf den täglichen Speiseplan gehören“, empfiehlt Overwiening. Das Fett verzögert die Aufnahme des Alkohols. Aber auch Kohlenhydrate dürfen nicht fehlen, etwa in Form eines Brötchens. Denn durch den Alkohol sinkt der Blutzuckerspiegel. „Außerdem sollte man bei einer Alkoholsorte bleiben und zwischendurch viel Wasser trinken. Das gleicht den alkoholbedingten Flüssigkeitsverlust aus. Auch vor dem Schlafengehen rate ich dazu, nochmals tief ins alkoholfreie Glas zu schauen“, sagt Apothekerin Overwiening und empfiehlt die Einnahme von Mineralien wie Calcium und Magnesium in Form von aufgelösten Brausetabletten, „am besten noch vor dem Schlafengehen.“

Denn Alkohol wirkt entwässernd: Es werden zu viel Flüssigkeit und Mineralstoffe ausgeschieden. Der Körper holt sich das notwendige Wasser auch aus dem Gehirn – wodurch wiederum Kopfschmerzen entstehen. Außerdem enthalten alkoholische Getränke neben dem Trinkalkohol auch Begleitstoffe, die in giftige Substanzen abgebaut werden. „Diese werden vom Körper von allein entsorgt, aber das dauert eben seine Zeit“, sagt Overwiening.

Am Morgen danach braucht der Körper Salz – beispielsweise in Form von Rollmops und Gurken. Salzstangen eignen sich ebenso. Zusätzlich sollte man weiterhin viel trinken, am besten Apfelschorle oder Kräutertee. Auch ein Espresso mit einem Schuss Zitronensaft kann gegen die Kopfschmerzen helfen, oder man nimmt ein leichtes Schmerzmittel ein. Welches Schmerzmittel genau geeignet ist, hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und etwaigen anderen Medikamenten ab, die eingenommen werden. Ausführliche Beratung leistet die Apotheke vor Ort.

„Übrigens“, sagt Apothekerin Overwiening, „das Wort Kater soll vom griechischen Wort „Ka-tarrh“ abstammen, der medizinischen Bezeichnung für Schleimhautentzündungen. Aber mit einer Entzündung hat er nichts zu tun, nur mit zu viel Alkohol…“

Quelle: Apothekerkammer Westfalen-Lippe
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